Büdingen mit den Augen von Kindern und Jugendlichen zu sehen...

 Büdingen mit den Augen von Kindern und Jugendlichen zu sehen, zugleich zu berück-sichtigen, wer die täglichen Ansprechpartner der Eltern sind, wenn es um Bildung, Erziehung und Gesundheit geht - mit diesem Ansatz machen wir uns für eine Neuausrichtung der Sozial- und Familienpolitik in Büdingen stark. Es geht uns um die Entwicklung eines schlüssigen Gesamtkonzeptes. Gemeinsam mit den anderen Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung wollen wir in dieser Legislaturperiode neue Akzente setzen. Büdingen hat die Potenziale, aber auch einen entsprechenden Nachholbedarf. Eine glaubwürdige Stärkung von Familien ist für uns eines der wichtigsten Zukunftsziele. Eine zukünftige kommunale Familienpolitik muss sich den komplexen Anforderungen der Zukunft anpassen.

 

Der Bedarf von Familien ist äußerst unterschiedlich: Doppelte Berufstätigkeit, Ein-Eltern-Familien, der besondere Bedarf von Familien mit Migrationshintergrund oder die erforderliche Mobilität zu den Arbeitsstätten in Frankfurt, Hanau oder Gießen, gehören zu den veränderten Lebenssituation von Familien. Dazu kommen die Auswirkungen von Armut verbunden mit anderen Formen der Benachteiligung, wie soziale Isolation oder fehlende Bildungszugänge. Alle diese Punkte gehören zu den Herausforderungen, die für Familien nicht immer alleine zu bewältigen sind. Schulen, Kindertagesstätten und Schulsozialarbeiter sind täglich mit diesen Fragen beschäftigt und wir können sicher sein, dass die Aufgaben in Zukunft noch größer werden. Ein Beispiel ist der Bedarf an Hortbetreuungsplätzen, dessen Deckungsgrad noch nicht ausreichend gelöst ist.
Wenn wir Büdingen in einem positiven Sinn als eine wachsende Großgemeinde begreifen wollen, werden auch zwangsläufig der Gestaltungsbedarf und die Ansprüche an unsere Familienstadt steigen.
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, eine gute Familienberatung, Kinderschutz, soziokulturelle Begegnungsstätten, Sprachförderung und Integration, die Partnerschaft mit Eltern oder der Einstieg der Jugendlichen ins Arbeitsleben, zählen zu den wachsenden Aufgaben im Demografischen Wandel.

Unabhängig von diesen Einzelfragen geht es uns auch um einen strukturellen und organisatorischen Neuaufbau. Wir möchten die von zunehmender Arbeitsteilung und Spezialisierung gekennzeichneten Einrichtungen bzw. Maßnahmen zur Kinder- und Familienpolitik in ihrem Zusammenspiel stärker in den Blick nehmen. Dabei müssen wir auch die Besonderheiten einer Kommune mit 16 Stadtteilen berücksichtigen. Die Herstellung eines flächendeckenden erleichterten Zugangs zu den einzelnen Angeboten, gehört zu den großen Herausforderungen und all dies kann aus unserer Sicht nur mit einem familienpolitisch vernetzten Gesamtkonzept geschehen.

Spezifische Grundlage hierfür ist die Verwirklichung einer institutionellen Koordinierungsstelle innerhalb der Stadtverwaltung Büdingen. Dafür möchten wir auch den personellen Rahmen schaffen. Diese Veränderungen sind Grundlage dafür, die vorhandene räumliche und konzeptionelle Trennung von kommunaler Kinderbetreuung, Tagespflege, Schulen, Jugendamt, Schulsozialarbeit, Schulkinderbetreuung, und das Engagement zahlreicher Vereine in der Jugendarbeit zu überwinden. Viele positive Ansätze existieren teilweise zusammenhanglos als Insellösungen nebeneinander und interagieren nicht, weil die Vernetzung fehlt. Als Kommune sind wir gefragt einen entsprechenden Rahmen zu bieten, Impulse zu setzen und „Regeln“ zu entwickeln, ohne die Einrichtungen mit einem Netzwerkmanagement zu überfrachten.

Die Idee unserer Familienstadt braucht ein integrierendes Gesamtkonzept, welches neben neuen Akzenten auch die finanziellen Möglichkeiten der Stadt Büdingen berücksichtigt. Dabei geht es auch um Schwerpunkte, perspektivische Planungen und die Unterstützung der einzelnen Einrichtungen. Eine glaubwürdige Familienstadt werden wir zukünftig nur sein, wenn wir wissen, welche Ziele wir mit ihr verbinden, zugleich aber auch die Grenzen unserer Sozialpolitik deutlich kommunizieren und unsere Konzepte konsequent umsetzen. Diese Aufgabe kann nach unserer Auffassung nur mit einem modernisierten Denken gelingen.

Die Pläne, das Amt für Jugend, Kultur und Soziales nach diesen Anforderungen neu auszurichten und neue Schwerpunkte zu setzen, sind hierfür ein maßgeblicher Bestandteil. Um den hohen Qualitätsansprüchen an die Kinder-, Jugend und Familienpolitik gerecht zu werden, unterstützen wir die Pläne des Magistrates ausdrücklich. Die Amtsleitungsstelle unter Sozial- und Erziehungswissenschaftlichen Aspekten neu zu bewerten, den steigenden Bedarf mit erhöhten Anforderungen zu berücksichtigen und eine höhere tarifliche Eingruppierung vorzunehmen ist für uns die personelle Grundlage einer familienpolitischen Neuausrichtung.

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