Büdingen hat viel erreicht

Die Gestaltung unserer Stadt steht für mich im Mittelpunkt meiner Arbeit als Bürgermeister.
Sie beginnt damit, dass wir uns sowohl im Dialog, als auch im Diskurs über die gemeinsame Verantwortung für unsere Stadt bewusst sind. Sie beginnt damit, dass wir uns auf Büdingen und seine Menschen konzentrieren. Dies ist der Grund, weshalb ich der Großen Koalition aus CDU und SPD auch weiterhin gerne die Hand reiche. Ich erhoffe mir, dass die Büdinger SPD unter der führenden Rolle der CDU, ebenfalls zur Zusammenarbeit bereit ist.
Zugleich werde ich als Bürgermeister die beiden Fraktionen weiterhin selbstbewusst auf mögliche Fehlstellungen in ihrer Politik aufmerksam machen. Im Interesse der Bürger ist es notwendig, dass es ein solches Korrektiv gibt. Es ist nötig, dass ich an manchen Stellen für die Große Koalition auch einmal „unbequem“ bin.

Im Gegensatz zur Presseveröffentlichung des SPD-Vorsitzenden Bernd Friedl, der erneut seinen Fokus auf meine Tätigkeit als Bürgermeister gelegt hat, richte ich keine persönlichen Vorwürfe an die Adresse der Stadtverordneten. Aus meiner Sicht leisten alle ehrenamtlichen Magistratsmitglieder und Stadtverordneten eine gute Arbeit. Diese Tätigkeit werde ich als Bürgermeister weiterhin selbstbestimmt unterstützen. Bedauerlich ist, dass Bernd Friedl in seiner Presseerklärung davon spricht, es sei in den letzten Jahren nichts umgesetzt worden. Das vorgefertigte Bild einer Stadt im Stillstand, für die ausschließlich der Bürgermeister die Verantwortung trägt, zugleich aber eine parlamentarische Mehrheit aus CDU und SPD existiert, halte ich für grundlegend falsch.
Überdies stellt die SPD mit dem 1. Stadtrat seit vielen Jahrzehnten einen zweiten hauptamtlichen Wahlbeamten. Ich halte es für falsch die Verantwortung für unsere Stadt unter parteipolitischen Gesichtspunkten beliebig zu verschieben und es ist ein großer Fehler unseren gemeinsamen Fortschritt in Frage zu stellen.
Für das Image der Stadt, das ehrenamtliche und berufliche Engagement der Bürger und unser Selbstverständnis eine geradezu widersinnige Taktik.
Seit 12 Jahren hören die Bürger, dass sich in unserer Stadt nichts bewegt. Es wird gemeckert und kritisiert. Der parteipolitische Glaube damit vordergründig die Arbeit des Bürgermeisters zu diskreditieren führt allerdings in eine völlig andere Richtung. Die Bürger verlieren die Begeisterung für ihre Stadt.

Ich sage: Büdingen hat in den letzten Jahren sehr viel erreicht und ich sage den Menschen in unserer Stadt: Gemeinsam dürfen wir auf unsere Leistungen stolz sein.

Der Bau des Brandschutzzentrums in Büdingen, natürlich auch die Sanierung unseres Freibades, die Aufnahme unserer Stadt in das Modellprojekt Familienstadt mit Zukunft, die Schaffung zahlreicher Radwege, Erhalt und Renovierung unserer Dorfgemeinschaftshäuser, die Förderung im Rahmen des Stadtumbaus, die Erweiterung der Kläranlage in Büdingen, maßgebliche Investitionen in die Sanierung des Kanalnetzes, zahlreiche Maßnahmen auf den Stadtteilen incl. der Dorferneuerungsprogramme, die Schaffung des interkommunalen Gewerbegebietes in Eckartshausen, sowie die fortwährende Sanierung unserer historischen Bausubstanz.

Es gibt genügend Beispiele die zeigen, dass wir in den vergangenen 12 Jahren viel in die Zukunft unserer Großgemeinde und die Daseinsvorsorge der Menschen investiert haben.

Würde ich dem gedanklichen Leitfaden der Protagonisten unserer Großen Koalition folgen, müsste ich an dieser Stelle nun behaupten, dies alles alleine auf die Beine gestellt zu haben. Ich freue mich aber sagen zu dürfen, dass wir vieles gemeinsam erreicht haben.
Gleichwohl müssen wir unsere gemeinsame Verantwortung auch selbstkritisch hinterfragen. Zu erkennen, dass uns manches nicht gelungen ist, wir gemeinsam Fehler gemacht haben, halte ich für eine Selbstverständlichkeit. Ich scheue mich nicht davor, auch hierfür meinen Teil der Verantwortung zu tragen.

„Gemeinsam“ bedeutet glücklicherweise nicht nur „Erich Spamer“ und ganz sicher nicht nur „CDU und SPD“. Wichtig ist aber auch: Büdingen ist nicht nur dann eine fortschrittliche und erfolgreiche Stadt, wenn die CDU endlich wieder „Bürgermeister“ sein darf.

Ein weiterer Aspekt sind die Büdinger Verhältnisse. Sie haben eine lange Tradition, aber auch hierfür soll ich nach Auffassung der Großen Koalition die alleinige Verantwortung übernehmen. Erinnern wir uns für einen Moment an die persönlichen Auseinandersetzungen zwischen Hubert Giar, Oswald Euler und Gerhard Kemink auf der einen und Jules August Schröder oder Bernd Luft auf der anderen Seite.

Erinnern wir uns an den protesthaften Auszug ganzer Fraktionen aus der Stadtverordnetenversammlung, die taktischen Spielchen bei der Vergabe von Magistratsitzen, hundertfache Rot/Grüne Änderungsanträge zu den Haushaltsentwürfen von Eberhard Bauner, die Vorwürfe gegen dessen bürgernahe Amtsführung, polemische Pressemitteilungen und die begleitende Berichterstattung der lokalen Medien, die an der politischen Kultur in Büdingen kein gutes Haar ließen.

Dies alles stammt aus einer Zeit, als ich weder Stadtverordneter noch sonst ein kommunalpolitisches Ehrenamt inne hatte. Es stammt aus den Jahren 1982 bis 2001 und ist nur ein kurzer Auszug. Richtig ist auch, dass wir es in den letzten Jahren nur punktuell geschafft haben für Verbesserungen zu sorgen. Die Zukunft bietet uns jedoch jede Chance es besser zu machen. Vorausgesetzt wir verstehen die Rolle unserer gemeinsamen Verantwortung.


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