Hoffen auf kurzfristige Lösung des Büdinger Betreuungsproblems

SCHÜLERBETREUUNG Keine Räume in Stadtschule / Mittagessen in benachbartem Seniorenheim? / Treffen mit Schuldezernent

BÜDINGEN - (red). Für Bürgermeister Erich Spamer (FWG) ist die Lage klar: „Nach den Sommerferien muss die Schülerbetreuung stehen.“ Er traf sich jetzt zu einem Gespräch mit der Leitung der Stadtschule, um auszuloten, ob und vor allem wo eine Betreung der Grundschüler angeboten werden kann. Spamers Idee, künftig Räume der Stadtschule zu nutzen, könne nicht umgesetzt werden, teilt er in einer Pressemitteilung mit. „Die Schulleitung hat mitgeteilt, dass sie keine Flächen zur Verfügung stellen kann, da an Nachmittagen Arbeitsgemeinschaften tätig und deshalb die Schulräume belegt seien“, erklärt Spamer.

Für den Verwaltungschef bringe dieses Modell mehrere Vorteile mit sich. Einerseits könne man auf diese Weise die Betreuung der Schulkinder ganz eng mit den pädagogischen Konzepten der Ganztagsschule und den Vorstellungen der Schulleitung verzahnen. Andererseits sieht Spamer einen Vorteil darin, dass die betroffenen Erst- und Zweitklässler nach dem Unterricht nicht nochmal „umziehen“ müssten. Dieser Umstand sei immer mit Problemen und Unfallgefahren verbunden. Als weiteren wichtigen Aspekt sieht der Bürgermeister die Möglichkeit, auf diesem Weg die Kosten für die Anmietung von Räumen zu sparen. Dieser Punkt sei für die Betreuungsgebühren und die mögliche Raumkonzeption eines neuen Betreuungsvereins von großer Bedeutung.

Spamer will das Thema an diesem Freitag mit dem Schuldezernenten, dem Ersten Kreisbeigeordneten Helmut Betschel (Bündnis 90/Die Grünen), besprechen. Der Bürgermeister könne sich vorstellen, betont er, dass die Grundschüler künftig ihr Mittagessen im benachbarten Seniorenheim einnehmen. „Dort ist eine Küche vorhanden, und die Einrichtung ist noch nicht ausgelastet“, meint Spamer. Es handele sich insoweit um eine Übergangslösung, bis der Wetteraukreis auf dem ehemaligen Gelände der Stadtverwaltung eine Mensa gebaut hat. Deshalb, so Spamer, werde er schnellstmöglich mit der Heimleitung Gespräche führen, ob und inwieweit eine Umsetzung möglich ist.

„Da auch der Wetteraukreis ein vitales Interesse an der Einrichtung der Schülerbetreuung haben dürfte, werde ich den Schuldezerneten ebenfalls darum bitten, an einem noch vor den Sommerferien einzuberufenden Runden Tisch teilzunehmen, um mit der Schulleitung, dem Elternbeirat und dem Förderverein ein Gesamtkonzept zu entwickeln“, erklärt der Bürgermeister. Für die betroffenen Eltern hofft er auf eine kurzfristige Lösung.

Spamer weist darauf hin, dass die Stadt Büdingen bereits in der Vergangenheit gegenüber allen Schulen, der Stadtschule, der Schule am Dohlberg und dem Wolfgang-Ernst-Gymnasium, Verantwortung gezeigt habe. In allen drei Schulen seien auf Kosten der Stadt Schulsozialarbeiter tätig, obwohl sich Land und Kreis kostenmäßig daran nicht beteiligten. „Es ist mir sehr wichtig, dass diese Arbeit fortgesetzt werden kann.“

Weitere Gespräche plant der Bürgermeister mit den Betreuungsvereinen, die in den Büdinger Stadtteilen aktiv sind. „Sicher gibt es auch dort zahlreiche Fragen und Anregungen, die wir in ein Gesamtkonzept der Schulkinderbetreuung in der Großgemeinde einfließen lassen sollten. Aus zeitlichen Gründen liegt der Fokus derzeit auf der Kernstadt, aber in einem zweiten Schritt müssen wir auch die Stadtteile einbinden“, meint Spamer.

Den Runden Tisch zur Schulkinderbetreuung sieht der Bürgermeister als wiederkehrende Einrichtung, die seiner Ansicht nach im gesamten Stadtgebiet für eine Vernetzung der Schulen, der Stadt, den Fachbehörden des Wetteraukreises und den Betreuungsvereinen beitragen könnte.

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